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Darmkrebsvorsorge im KIT

  • Darmkrebs ist bei Frauen nach Brustkrebs und bei Männern nach Prostatakrebs in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. Bei beiden Geschlechtern zusammengefasst sogar die häufigste Krebserkrankung.
  • Darmpolypen als Vorstufe zum Darmkrebs sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Jeder Dritte der über 55-Jährigen hat Polypen im Dickdarm.
  • 5 bis 6 von 100 Deutschen, also mindestens jeder Zwanzigste, erkrankt im Laufe seines Lebens an Darmkrebs.
  • Bei fast einem Drittel aller Darmkrebsfälle liegt eine familiäre Belastung vor, in diesen Fällen erkranken die Betroffenen oft schon deutlich vor dem 60. Lebensjahr.

Darmkrebs: Die Fakten auf einen Blick

 

Früherkennung

Sie fühlen sich fit und gesund?

Doch der Schein könnte trügen. Darmkrebs verursacht im Frühstadium keinerlei Beschwerden - genau das macht ihn so gefährlich. Verschaffen Sie sich Gewissheit: durch eine Vorsorgeuntersuchung.

Früherkennung rettet Leben

Jedes Jahr werden rund 66.000 Menschen in Deutschland mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert. Dieser zählt neben Lungen- und Brustkrebs zu den häufigsten bösartigen Tumoren. Rund 29.000 Menschen sterben jährlich daran. Das müsste nicht sein, denn keiner anderen Krebsart kann so erfolgreich vorgebeugt werden. Früh genug entdeckt, können neun von zehn Fällen geheilt werden.

Wie Darmkrebs entsteht, ist noch immer nicht hinreichend geklärt. Eine ganz wesentliche Rolle spielt aber die familiäre Disposition: Drei von zehn Betroffenen haben ihre Krankheit "geerbt". Wenn es bereits Darmkrebs und Darmpolypen oder Magen- und Gebärmutterkrebs in der Familie gibt, haben auch schon junge Menschen ein stark erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Sie sollten regelmäßig zur Vorsorge gehen. Darmkrebs ist kein Schicksal. Er lässt sich verhindern.

 

Heilungschancen

Früherkennung bietet den größtmöglichen Schutz

Darmkrebs entsteht meist aus Polypen. Man spürt sie nicht, weil sie nicht wehtun. Doch viele dieser zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut entarten im Laufe von 6 bis 10 Jahren zu bösartigen Tumoren. Wenn sich diese Tumore durch krampfartige Schmerzen, Müdigkeit oder Gewichtsverlust bemerkbar machen, ist der Krebs meist schon so weit fortgeschritten, dass Heilung nicht mehr möglich ist. Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb die einzige Möglichkeit, Darmkrebs im Frühstadium zu erkennen.

Die zuverlässigste Methode, um bösartige Tumore im Frühstadium zu erkennen, ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Ergibt die Untersuchung keinen auffälligen Befund, muss sie erst nach 7 bis 10 Jahren wiederholt werden. Die Angst vor einer Darmspiegelung ist unbegründet. Nach einer gründlichen Reinigung des Darms (Abführen), wird ein dünner flexibler Schlauch mit einer Minikamera über den After eingeführt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist mit einer Beruhigungsspritze weitgehend schmerzfrei. Der Patient kann die Untersuchung auf Wunsch am Bildschirm mitverfolgen. Wenn der Arzt Polypen findet, entfernt er sie während des Eingriffs.

Stuhltest: Zur jährlichen Darmkrebsvorsorge gehören ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl. Damit lassen sich selbst geringe, für das Auge unsichtbare (okkulte) Blutspuren nachweisen, die ein Hinweis auf evtl. vorhandene Polypen oder Tumore sein können. Das Testbriefchen erhalten Sie entweder von Ihrem Arzt oder können es in der Apotheke erwerben. Die in der Apotheke erhältlichen immunologischen Tests können Sie zur Auswertung in ein Labor schicken oder zu Hause selbst auswerten (unterschiedliche Angebote je Hersteller).

Wichtig: Stuhltests ersetzen nicht die ärztliche Vorsorgeuntersuchung, und jedes positive Testergebnis muss unbedingt durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden! Das Testergebnis kann außerdem durch bestimmte Nahrungsmittel verfälscht werden - nicht im Fall des hier verwendeten immunologischen Tests. Wichtig ist zudem, dass der Stuhltest einmal pro Jahr durchgeführt werden sollte, soweit noch keine Darmspiegelung erfolgt ist.

Mit fortschreitendem Alter steigt das Darmkrebsrisiko. Spätestens ab dem Alter von 50 sollte jeder Mensch an der Darmkrebsvorsorge teilnehmen, wenn in der Familie ein familiäres Risiko für Darmkrebs besteht, ist die Vorsorge schon in jungen Jahren besonders wichtig.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab dem 51. Lebensjahr einmal pro Jahr die Durchführung eines Tests auf verstecktes Blut im Stuhl (chemischer Okkultbluttest) in Verbindung mit einer ärztlichen Untersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung.

Alternativ hierzu übernehmen die gesetzten Krankenkassen ab dem 56. Lebensjahr die Kosten für die Durchführung einer Vorsorge-Darmspiegelung sowie - falls diese unauffällig ist - einer weiteren Darmspiegelung zehn Jahre später.

Wenn ein erhöhtes familiäres Risiko für Darmkrebs vorliegt, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine Darmspiegelung auch schon im jüngeren Alter.

 

Vorbeugung

Richtige Ernährung und viel Bewegung können helfen, das Darmkrebsrisiko zu minimieren: Regelmäßige körperliche Aktivität - so beweisen Studien - senkt das Darmkrebsrisiko um 40 bis 50%! Bewegung schützt auch vor Übergewicht, das die Krebsentstehung generell fördert.

Beim Essen sollten Sie auf frisches Obst und Gemüse mit seinen wertvollen Substanzen achten. Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. Vitamintabletten sind für die Darmgesundheit leider irrelevant, da sie keine Ballaststoffe enthalten. Ballast- und Faserstoffe beleben die Darmflora und sorgen für eine kürzere Verweildauer der Speisen im Darm. Oliven- und Rapsöl schützen ebenso wie Grüner Tee. Abzuraten ist vor allem von Alkohol, tierischen Fetten und zuviel Fleisch, Gegrilltem und Geräuchertem. Achtung vor Schimmelpilzen!

Wichtig: Richtige Ernährung und Bewegung ersetzen nicht die Früherkennung!

Menschen die einer Risikogruppe angehören, sollten - auch bei gesunder Lebensführung! - regelmäßig an der Darmkrebsvorsorge teilnehmen!

 

Risikogruppen

Ein familiäres Risiko liegt vor, wenn Großeltern, Eltern oder Geschwister an Darmkrebs oder einem Magen- oder Gebärmuttertumor erkrankt waren oder sind, oder wenn bei diesen Angehörigen ein Darmpolyp, d.h. eine Vorform von Darmkrebs, entdeckt wurde. Das gilt auch für Geschwister der Eltern oder Großeltern.

Ein erhöhtes Risiko tragen Menschen,

  • die schon länger an einer schweren Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn) leiden
  • die Darmpolypen haben oder hatten
  • die Blut in oder auf ihrem Stuhl finden
  • die älter als 45 Jahre sind
  • die sich falsch ernähren und wenig bewegen
  • die übergewichtig sind.

Machen Sie den Selbsttest (pdf) bezüglich des erhöhten Darmkrebsrisikos (Fragen der Stiftung Früherkennung Darmkrebs Lebensblicke).

Weitere Informationen finden Sie unter www.darmkrebs.de